1027 Menschen wollen Michéle helfen


Der Andrang war schon eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn groß. Dennoch musste bei der Typisierungsaktion für die leukämiekranke Michéle Mettler in der Gonzerather Schackberghalle am Sonntag niemand lange warten. Rund 150 Helfer - das Gros stellten die Gonzerather Vereine - sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Darunter befanden sich allein zwei Dutzend Arzthelferinnen aus der Umgebung, die den Freiwilligen Blut abnahmen.

Am meisten freute sich wohl die 14-jährige Michéle selbst, dass schließlich mehr als 1000 Menschen zur Typisierungsaktion gekommen waren. Denn für das leukämiekranke Mädchen wird ein Stammzellenspender gesucht. Mit Mundschutz und nur für eine halbe Stunde hatte der Arzt ihr den Besuch der Veranstaltung erlaubt. Michéles Immunssystem ist durch eine Chemotherapie geschwächt.

Gegen 17.30 Uhr stand fest: Exakt 1027 Männer und Frauen hatten sich jeweils fünf Milliliter Blut abzapfen lassen. Zum Beispiel Claudia und Frank Ernsting aus Bischofsdhron: "Unsere Schwägerin ist mit der Familie befreundet. Viele, die wir kennen, sind gekommen." Auch Sonja Merten aus Thalfang hat einen guten Grund für die Teilnahme: "Einer meiner Freunde hat auch Leukämie. Er hat einen Spender gefunden."

"Wenn man die vielen Leute hier sieht, das bewegt einen schon", sagte Alex Mettler, der Onkel von Michéle, der sich für die "überwältigende Unterstützung" bedankt. Einige waren enttäuscht, dass sie nicht zum Zuge kamen. "Ich hätte mich gern typisieren lassen. Unsere Kinder brauchen vielleicht auch mal Hilfe ", sagte Jutta Weyand aus Morbach. Aber: "Bei mehr als zwei Schwangerschaften besteht die Gefahr, dass der Körper zu viele Antikörper gebildet hat", erklärte Emil Morsch von der Stefan-Morsch-Stiftung aus Birkenfeld, die die Veranstaltung gemeinsam mit dem Förderverein schwerstkranker Kinder Hunsrück organisiert hatte. Wer nicht als Spender infrage kommt, kann übrigens auch anders helfen. Geldspenden sind willkommen. Schließlich kostet die Untersuchung jeder einzelnen Probe 50 Euro. Wer am Sonntag verhindert war und sich dennoch typisieren lassen will, kann das in den nächsten Tagen noch bei den Morbacher Hausärzten nachholen.