Hunsrücker beweisen Herz für kranke Kinder

Mit der Krebserkrankung ihrer Tochter Jennifer fing alles an. Für Brigitte und Gerd Stierwald war fortan alles anders. Ein Großteil ihres Lebens spielte sich nun bei Fachärzten und in Kliniken ab. Zusätzlich zur Sorge um die heute 19-Jährige belasteten Kosten für Arztfahrten, Klinikaufenthalte oder Kuren. Denn Krankenkassen übernehmen nur einzelne Posten und die oft nur anteilig.

Jennifers Onkel Thomas Loch und dessen Arbeitskollegin Patricia Frenzer hatten daher die Idee, den Förderverein schwerstkranker Kinder Hunsrück (siehe Extra) zu gründen. Sie wollten Menschen mit ähnlichem Schicksal zumindest finanziell helfen. Dass der Verein binnen zehn Jahren 130 843,30 Euro spenden würde, hatte keiner von ihnen erwartet. Vorsitzende Brigitte Stierwald führt das auf die breite Unterstützung der Bevölkerung zurück. Die Resonanz sei von Anfang an sehr gut gewesen: "Wir sind stolz, dass die Leute uns so ein Vertrauen entgegenbringen." Bei Veranstaltungen kann der Verein stets auf tatkräftige Hilfe - auch von Nichtmitgliedern - zählen. So auch am Wochenende, wenn er mit dem Kirchenchor St. Kunibert zur Geburtstagsfeier einlädt.

Als Auftakt starten Schüler der Grundschule Haag am heutigen Mittwoch zu einem Benefizlauf. Von Initiativen wie diesen profitierten bisher: Deutsche Kinderkrebsstiftung, Idar-Obersteiner Knochenmarktransplantationsklinik und in Trier der Förderverein krebskranke Kinder, die Villa Kunterbunt und die Mutterhaus-Kinderkrebsstation. Dem Vereinsziel entsprechend werden aber in erster Linie Familien mit kranken Kindern unterstützt. Neben Zuschüssen für Delfintherapien steht eine Aktion für viele andere: Die Typisierungen für Michèle Mettler aus Gonzerath.

Für den Verein war das eine große Herausforderung - ebenso wie die beiden Konzerte "Rock gegen Krebs". Beim Debüt 2002 kamen 5113,48 Euro zusammen. Daneben haben sich Kinder- und Sommerfeste etabliert, die Präsenz bei Morbacher Märkten oder die Weihnachtswunschbaumaktion mit Geschäftsleuten. Im Jahr 2011 erhielten mehr als 70 kranke Kinder und deren Geschwister Geschenke. Beispiele für die vielfältige Unterstützung durch Vereine und Privatleute sind Benefizkonzerte, Schinderhanneslauf, Kunstinszenierungen, Aktionen von Firmkindern und Spenden von Familienfeiern.